Ratgeber · 25. September 2026

Ein UGC-Briefing, das funktioniert: Vorlage zum Kopieren

Von Olga Lapotta, UGC-Creatorin in der Nähe von Hamburg. Produziert für L’Oréal, Maybelline, Wolt, Sofatutor und SumUp.

Welche zwölf Punkte vor dem Dreh ins UGC-Briefing gehören und welche vier Fehler Nacharbeit kosten, steht hier, dazu eine Vorlage zum Kopieren.

Ein UGC-Briefing, das funktioniert: Vorlage zum Kopieren
Bild: KI-generiert
Inhalt

Ein UGC-Briefing, das funktioniert, klärt zwölf Punkte, bevor die Kamera läuft: Kernversprechen, Zielgruppe, Kanal und Format, Hook-Varianten, Pflicht- und verbotene Aussagen, Ton, Länge, Liefermenge, Nutzungsrechte, Deadline, Ansprechpartner und Freigabeprozess. In der Praxis fehlt selten nur einer dieser Punkte, meistens mehrere auf einmal, und genau das kostet später zusätzliche Feedbackrunden. Dieser Text erklärt, was in jeden Punkt gehört, nennt die vier Fehler, die mir am häufigsten unterkommen, und endet mit einer Vorlage zum Kopieren. Stand: 25.09.2026.

Was ins Briefing gehört

Jeder der zwölf Punkte beantwortet eine eigene Frage. Zusammen ergeben sie den Unterschied zwischen einem Video, das trifft, und einem, das noch einmal gedreht werden muss.

Produkt und Ziel

Kernversprechen. Ein Satz: was das Produkt oder die Leistung für die Zielgruppe tut, keine Liste von Eigenschaften. Ein Briefing mit drei oder vier Versprechen führt zu einem Video, das keins davon richtig einlöst.

Zielgruppe. Zwei bis drei Sätze reichen: wer schaut zu, in welcher Situation, mit welchem Problem. „Frauen 25 bis 40“ ist keine Zielgruppenbeschreibung, sondern ein Filter für das Werbebudget.

Kanal und Format. Meta Ads, TikTok Ads, organisch oder eine Mischung, dazu das Seitenverhältnis und ob ein Hook-Test gewünscht ist. Welche vier Formate Marken tatsächlich bestellen, Testimonial, Produkt-Demo, Unboxing oder Hook-Test, steht ausführlich in Was ist UGC?.

Kreative Leitplanken

Hook-Varianten. Wie viele unterschiedliche Einstiege zum selben Kernversprechen gewünscht sind. Ohne diese Zeile bekommt ein Anzeigentest am Ende einen einzigen Einstieg statt einer Testgrundlage. Wie ein Hook-Test aufgebaut ist, steht in UGC Video für Marken.

Pflichtaussagen und verbotene Aussagen. Was zwingend vorkommen muss, zum Beispiel ein Rabattcode oder eine gesetzlich vorgeschriebene Angabe, und was die Marke ausschließen will, zum Beispiel ein Gesundheitsversprechen oder einen Vergleich mit einem namentlich genannten Wettbewerber. Fehlt diese Zeile, zeigt sich das oft erst in der Freigabe nach dem Dreh, wenn eine Aussage im fertigen Video steht, die so nicht hätte gesagt werden dürfen.

Ton. Sachlich, humorvoll oder emotional, mit einem Beispiel, wenn möglich: ein Lieblingsvideo, ein Wettbewerber, ein eigener Post.

Lieferung und Rahmen

Länge. Sekunden je Fassung. Die meisten meiner Videos für Meta und TikTok liegen zwischen 15 und 45 Sekunden, kürzere Schnitte von 6 bis 10 Sekunden sind als zusätzliche Variante für den Erstkontakt sinnvoll, siehe Was ist UGC?.

Liefermenge. Anzahl der Videos und Anzahl der Einstiege je Video. Was darüber hinaus zum Lieferumfang gehört, vom Rohmaterial bis zu Untertiteln, steht in der Abhakliste in Produktvideo erstellen lassen.

Nutzungsrechte. Laufzeit, Kanäle, Gebiet, Exklusivität und Bearbeitung gehören ins Briefing, nicht in eine Nachfrage nach der Lieferung. Die sechs Punkte, die dafür geklärt sein müssen, mit einem eigenen Textblock zum Kopieren, stehen in UGC-Nutzungsrechte: die Checkliste vor der Buchung.

Deadline. Das Datum, an dem die finale Datei vorliegen muss, nicht das Datum des Drehs. Zwischen beiden liegen Schnitt und Feedbackrunde.

Ansprechpartner. Eine Person, die während der Produktion erreichbar ist und Rückfragen beantwortet. Mehrere gleichberechtigte Ansprechpartner ohne Ansage, wer am Ende entscheidet, gehören zu den Dingen, die einen Ablauf laut UGC Creator buchen verlangsamen.

Freigabeprozess. Wer gibt frei, wie viele Korrekturrunden sind eingeplant, und bis wann kommt eine Rückmeldung. Das spart Zeit, wenn es vor dem Dreh steht, nicht danach.

Die häufigsten Fehler

Vier Fehler kommen mir immer wieder unter, und alle vier lassen sich vermeiden, wenn die zwölf Punkte oben tatsächlich ausgefüllt sind.

„Mach einfach was Authentisches.“ Klingt nach Freiheit, ist aber kein Briefing. Ohne Kernversprechen und Zielgruppe entscheidet die Creatorin, was die Marke eigentlich wollte, wie schon in UGC Creator buchen beschrieben.

Zu viele Botschaften. Ein Produkt hat oft mehrere gute Eigenschaften. In ein kurzes Video passt eine davon wirklich. Ein Briefing mit mehreren gleichrangigen Kernbotschaften produziert ein Video, das keine davon klar transportiert.

Fehlende Hook-Varianten. Wer nur einen Einstieg bestellt, bekommt ein einziges Video zum Testen und damit keine Testgrundlage, sondern eine Wette, wie es in Was ist UGC? heißt.

Rechte nicht geklärt. Wer erst nach der Lieferung über Laufzeit und Kanäle spricht, verhandelt über ein Video, das schon fertig ist, siehe UGC-Nutzungsrechte.

Wie ein gutes Briefing Feedbackrunden spart

Wie viele Feedbackrunden ein Projekt hat, steht im Angebot. Was den Unterschied macht, ist nicht die Anzahl der Runden, sondern wie viel in der ersten steckt. Stehen Kernversprechen, Ton und Pflichtaussagen vorher fest, bezieht sich Feedback auf Details wie Schnitttempo oder Musikwahl. Fehlen sie, bezieht sich Feedback auf das Konzept selbst, und eine Runde reicht dann nicht.

Aus meiner eigenen Arbeit kann ich Reichweite belegen, aber nicht, welchen Anteil das Briefing daran hatte. Ein Brand-Storytelling-Video für Femtasy kam auf 636.000 Views, zwei Cashback-Clips für Shopback auf 189.000 und 122.000, ein App-UGC für Lifesum auf 57.000. Das sind Reichweitenzahlen, keine Verkaufszahlen.

Die Vorlage zum Kopieren

Dieser Block deckt alle zwölf Punkte ab. Kopiere ihn in deine Anfrage und fülle aus, was du schon weißt. Was offen bleibt, klären wir im Erstgespräch.

UGC-Briefing, zum Ausfüllen

Kernversprechen:       der eine Nutzen, der im Video ankommen soll
Zielgruppe:            wer schaut zu, in zwei bis drei Sätzen
Kanal:                 Meta Ads / TikTok Ads / organisch / Mischung
Format:                9:16 vertikal (Standard), 4:5 oder 1:1 bei Bedarf
Hook-Varianten:        Anzahl der Einstiege, unterschiedliche Ansätze benennen
Pflichtaussagen:       was zwingend vorkommen muss
Verbotene Aussagen:    was nicht gesagt werden darf
Ton:                   sachlich / humorvoll / emotional, Beispiel wenn möglich
Länge:                 Sekunden je Fassung
Liefermenge:           Anzahl Videos, Anzahl Einstiege je Video
Nutzungsrechte:        Laufzeit, Kanäle, Gebiet, Exklusivität, Bearbeitung
Deadline:              Datum, bis wann die finale Datei vorliegen muss
Ansprechpartner:       Name, wer während der Produktion erreichbar ist
Freigabeprozess:       wer gibt frei, wie viele Runden, bis wann Rückmeldung

Der Nutzungsrechte-Punkt ist bewusst kurz gehalten. Die ausführliche Fassung mit allen sechs Unterpunkten steht in UGC-Nutzungsrechte, diese Zeile ist nur die Erinnerung, das Thema vor dem Dreh überhaupt anzusprechen.

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Häufige Fragen

Wie lang darf ein UGC-Briefing sein?

Kürzer als gedacht. Die zwölf Punkte aus diesem Text passen auf eine Seite, wenn jeder Punkt ein bis zwei Sätze bekommt. Ein Briefing, das über mehrere Seiten geht, hat meistens zu viele Botschaften, nicht zu wenig Information.

Wer schreibt das Briefing, die Marke oder die Creatorin?

Beides ist üblich. Entweder liefert die Marke die ausgefüllte Vorlage, oder wir entwickeln sie nach dem Erstgespräch gemeinsam. Wie dieser Schritt im gesamten Ablauf verankert ist, steht in UGC Creator buchen: so läuft die Zusammenarbeit ab.

Gehören Preis und Nutzungsrechte in dasselbe Dokument wie das Briefing?

Die Nutzungsrechte gehören ins Briefing, sonst kalkuliert die Creatorin, ohne den Umfang zu kennen. Welche sechs Punkte dafür geklärt sein müssen, mit einem eigenen Textblock zum Kopieren, steht in UGC-Nutzungsrechte: die Checkliste vor der Buchung. Der Preis selbst gehört ins Angebot, nicht ins Briefing.

Wie viele Hook-Varianten sollte ein Briefing vorsehen?

Bei meinen Hook-Tests sind es drei bis vier unterschiedliche Einstiege zum selben Kernvideo, nicht drei bis vier Videos mit demselben Einstieg. Wie ein Hook-Test aufgebaut ist, steht in UGC Video für Marken.