News · 03. Oktober 2026
YouTube Creator Partnerships: Creator geben Marken per Code Zugriff
YouTube hat am 23.09.2026 einen Code vorgestellt: Der Creator teilt ihn, die Marke sieht die Zahlen und kann das Video als Anzeige bewerben.
Inhalt
YouTube hat am 23. September 2026 auf seinem Event „Made on YouTube“ einen Code für Kooperationen zwischen Marken und Creatorn vorgestellt. Nach einem Kooperationsvideo kann der Creator der Marke damit per Klick Zugriff geben. Die Marke sieht dann, wie das Video läuft, und kann es mit eigenem Werbebudget bewerben. YouTube nennt das Bewerben „creator partnerships boost“. So steht es im Beitrag im YouTube-Blog.
Für Marken, die UGC einkaufen, heißt das: Neu ist der Code, nicht das Bewerben selbst. Ein Kooperationsvideo vom Kanal des Creators aus als Anzeige zu schalten, geht bei YouTube schon länger. Den Zugang gibt weiterhin der Creator frei.
Was YouTube am 23. September angekündigt hat
Laut dem Beitrag im YouTube-Blog:
- Zugriff per Code. Nach einem veröffentlichten Kooperationsvideo kann der Creator der Marke einen Code schicken. Ein Klick darauf gibt ihr Zugriff auf die Zahlen des Videos.
- Bezahlte Reichweite. Mit dem Zugriff kann die Marke das Video als „creator partnerships boost“ bewerben.
- 20 Länder. YouTube Creator Partnerships ist nach Angaben von YouTube jetzt in 20 Ländern verfügbar. Welche das sind, sagt der Beitrag nicht.
- „Ask Studio“ für Creator. Creator sollen damit bald Antworten auf Briefings von Marken und eigene Angebote formulieren können. Einen Termin nennt YouTube nicht.
- Affiliate-Programm. Das Shopping-Affiliate-Programm soll bis Jahresende in 35 Ländern verfügbar sein.
Neu ist an der Ankündigung vor allem der Code. Das Bewerben von Creator-Videos gibt es schon länger: Laut PPC Land kamen im August 2024 die Partnership Ads, mit denen Marken Videos von Creatorn in Kampagnen einsetzen (PPC Land, 24.03.2026). Seit Dezember 2025 heißt die Freigabe von Zahlen und Anzeigen für ein gesponsertes Video „Brand Partner Access“ (Social Media Today, 14.12.2025). Auch den Namen Creator Partnerships gibt es schon länger: Im März 2026 hat YouTube BrandConnect und den Creator Partnerships Hub zusammengelegt, damals zunächst in sieben Ländern (PPC Land, 24.03.2026).
Gilt das auch in Deutschland?
Für die Plattform selbst ja. YouTube hat am 1. Juli 2026 geschrieben, dass Creator Partnerships jetzt auch in Deutschland verfügbar ist, neben Großbritannien, Japan und Singapur (YouTube-Blog, 01.07.2026).
Offen ist, ob der neue Code hier schon freigeschaltet ist. Der Beitrag vom 23. September sagt dazu nichts. Wer eine Kampagne damit plant, sieht am besten vorher im eigenen Konto nach oder fragt beim YouTube-Ansprechpartner.
Wie der Ablauf funktioniert
Beim klassischen UGC-Einkauf bekommt die Marke die Videodatei und schaltet sie über den eigenen Werbeaccount. Der Boost funktioniert anders: Das Video liegt auf dem Kanal des Creators, öffentlich oder nicht gelistet, und die Marke bewirbt es von dort. Laut YouTube-Hilfe verbindet sich das Video mit dem Google-Ads-Konto der Marke, sobald sie auf den Code klickt (YouTube-Hilfe).
Das hat zwei Folgen. Erstens sieht die Marke die Zahlen des Videos selbst und ist nicht auf Screenshots angewiesen. Laut YouTube-Hilfe gehören dazu unter anderem demografische Daten der Zuschauer, Wiedergabezeit, Zuschauerbindung und Interaktionen. Zweitens hängt der Boost an der Freigabe durch den Creator. Der Code ist dabei nur einer von mehreren Wegen, und erzeugen können ihn laut YouTube-Hilfe nur Creator im YouTube-Partnerprogramm. Wer mit einem kleineren Creator arbeitet, klärt das vorher.
Was vorher in die Vereinbarung gehört
Der Beitrag von YouTube sagt nichts zu Verträgen. In der Hilfe rät YouTube Creatorn, Nutzungsrechte mit der Marke selbst zu klären und die nötigen Vereinbarungen eigenständig zu treffen. Diese Punkte würde ich klären, bevor das Video online geht:
- Freigabe des Zugriffs. Muss der Creator den Code teilen, und bis wann?
- Umfang der Werbung. Wie lange darf die Marke das Video bewerben, mit welchem Budget, in welchen Ländern?
- Vergütung. Ist die bezahlte Reichweite im Honorar enthalten oder kommt sie extra dazu?
- Ende des Zugriffs. Laut YouTube-Hilfe kann der Creator den Zugriff jederzeit entfernen. Dann kann die Marke das Video nicht mehr in diesem Format bewerben. Wann das erlaubt ist und was nach Kampagnenende passiert, gehört deshalb in die Vereinbarung.
- Werbekennzeichnung. Sobald der Creator den Zugriff teilt, setzt YouTube laut Hilfe den Hinweis „Paid promotion“ ans Video. Ein bezahltes Kooperationsvideo ist in aller Regel Werbung und sollte erkennbar so gekennzeichnet sein. Der Boost ändert daran nach meinem Verständnis nichts. Ob der Hinweis von YouTube in Deutschland allein reicht, würde ich nicht voraussetzen. Das ist Praxiserfahrung, keine Rechtsberatung.
Bei Meta handhabe ich Anzeigen über mein eigenes Profil so, wie im Artikel über Metas Creator Marketing Hub beschrieben: Sie sind nicht automatisch dabei, es gibt sie auf Anfrage und mit eigener Zusage. Was in eine solche Vereinbarung gehört, mit einem Textblock zum Kopieren, steht im Ratgeber UGC-Nutzungsrechte: die Checkliste vor der Buchung.
Stand: 03.10.2026. Die Angaben zu den Neuerungen stammen aus dem Beitrag von YouTube vom 23.09.2026, die Angabe zu Deutschland aus dem Beitrag von YouTube vom 01.07.2026. Die Angaben zu Code, Kennzahlen und Entzug des Zugriffs stammen aus der YouTube-Hilfe (abgerufen am 03.10.2026), die Vorgeschichte aus PPC Land und Social Media Today. Offen ist, welche 20 Länder YouTube meint, ob der Code in Deutschland schon freigeschaltet ist und was der Boost kostet. Sobald YouTube das beschreibt, ergänze ich den Artikel.
Schreib mir kurz, was du vorhast. Ich melde mich mit einer ehrlichen Einschätzung und einem Angebot.
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